Ostküste Australien (Juni-Juli 2023)
Wir ziehen am 1. Juni gleich in der Früh los, es dauert ohnehin einen ganzen Tag bis man aus dem Brisbane River sowie der Moreton Bay draußen ist. Durch die Moreton Bay ziehen sich einige Riffe, deswegen bleibt man da gerne im betonnten Fahrwasser. Sobald es Abend wird, geht es für uns aufs Meer, hier noch nicht vom Great Barrier Reef geschützt, das beginnt erst weiter im Norden.
Wir haben uns vorgenommen 2-3 Tagesetappen zu segeln um dann immer wieder Pause zu machen. Die erste Pause kommt dann aber doch etwas früher als geplant. Nach der zweiten Nacht, und wir sind bereits um Fraser Island außen herum gesegelt, häufen sich die Probleme: Der Autopilot macht krach und steuert nicht mehr. Soweit so gut. Es gilt zu entscheiden, ob wir mit Windfahnensteuerung weitersegeln oder doch gleich in die nächste Bucht fahren und versuchen das zu reparieren. Wir entscheiden uns für letzteres, werfen den Motor an und stellen fest: wir haben eine Leine im Propeller. Glücklicherweise löst sich diese auf Grund unseres „Rope Cutters“ an der Propellerwelle und wir fahren in Richtung Port Clinton. Das Ding heißt zwar „Port“ hat aber keinen Hafen, es handelt sich einfach um eine Bucht. Um dorthin zu gelangen müssen wir allerdings durch ein Militärisches Übungsgebiet und wir stellen fest: heute wird da mit scharfer Munition geübt und das Gebiet ist grundsätzlich gesperrt. Es scheint aber erst mal nicht ganz klar, ob man das Gebiet queren darf um in die Bucht zu gelangen oder ob die Bucht auch gesperrt ist. Selbst die Coast Guard weiß auf Anfrage per Funk zuerst nicht Bescheid und muss erst mal nachfragen. Letztendlich dürfen wir das Sperrgebiet queren um an der Buchteinfahrt auf eine doch recht ordentlich Grundwelle und turbulentes Wasser zu treffen. Auch dies geschafft, haben wir beim Ankern im Rückwärtsgang keinen Schub und stellen danach bei Betrachtung des Autopiloten fest, dass auch noch am Ruderquadranten was faul ist (da hat jemand in der Werft in Brisbane etwas nicht ganz richtig eingebaut). Die gute Nachricht, grob 24 Stunden später haben wir alles selbst wieder repariert und wir können weiter segeln. Dafür musste zwar Florian zum Propeller tauchen, obwohl das hier Krokodil Gegend ist, aber was macht nicht alles fürs Boot. Das Wetter hat sich auch gelegt und somit ist an der Buchtausfahrt von den Turbulenzen des Vortages nichts mehr zu sehen. Dann nochmal das Scharfschießen queren und wir sind wieder unterwegs.

Den nächsten Stop machen wir auf den Whitsunday Islands, konkret in der Tongue Bay um uns den Whitehaven Beach vom Süden sowie das Hill Inlet mit seinen Sand- und Farbenspielen anzuschauen. Tags darauf geht es weiter zur Whitsunday Insel selbst, die der Inselgruppe den Namen gibt und wir ankern im Norden des Whitehaven Beaches. Traumhaft. Wir bleiben 2 Tage, genießen den Strand und die Insel mit Hügel und netter Aussicht.









Einen dritten und letzten Whitsunday Stop machen wir im Nara Inlet auf Hook Island, hier gibt es wieder mal Rock Art zu betrachten.




In Airlie Beach kommen wir wieder in ein bisschen Zivilisation. Es ist ein ausgesprochener Touristenort und Absprungbasis für viele für Touren auf die Whitsunday Islands und zum Great Barrier Reef. Entsprechend viel ist hier los.





Von Airlie Beach aus geht es für uns direkt nach Cairns, letzte relevant große Stadt im Norden von Queensland. Für uns das letzte Mal in einer Marina und das letzte Mal echte Infrastruktur für ein paar Monate. Wir nutzen die Chance für einen Kurztrip in den Regenwald samt Regenwald Markt, einen letzten Besuch bei ein paar der üblichen Australischen Tiere sowie dem Rückweg mittels über 100 Jahre Alter Eisenbahn.









Ab Cairns geht es in die Wildnis. Wir entscheiden uns für 2-Tages Etappen und machen Halt auf Lizard Island mit einer tollen Aussicht von Mt Cook auf die verschiedenen Riffe des Great Barrier Reefs. Von hier oben können wir zum ersten Mal so ein bisschen die wahnsinnig riesige Ausdehnung des Great Barrier Reefs erahnen. Auch wenn wir es ja schon fast gesamthaft abgesegelt sind, von oben sieht man dann doch die verschiedenen Einzel-Riffe, Riffsformen und kleinen Inseln am besten. Und ja, es gibt Lizards auf Lizard Island.






In Portland Road machen wir einen Zwischenstopp. Einwohner: 8, davon bringt / holt einer zwei mal pro Woche die Post. Eine Bar gibt es auch, man müsste aber ein paar Tage vorher anrufen und „reservieren“, damit sie für einen aufsperren. Hier kommt uns mal ein Krokodil auf ca 30m ans Boot heran, schwimmen gehen wir hier besser nicht.
Eine Insel gegenüber von Cape York, der Nordspitze Australiens, und zwar Mount Adolphus Island, ist unser letzter Stopp bevor wir dann nach Thursday Island in der Torres Strait kommen. Wir haben somit in dieser Saison bisher knapp 1500 Seemeilen gesegelt und das entlang des gesamten Great Barrier Reefs.


Hier werden wir Australien verlassen. Zuerst nutzen wir aber noch ca 1 Woche um das Boot und uns auf unsere erste echte Passage diese Saison vorzubereiten. Es wird über ca 6 Tage nach Indonesien, auf die Kei Inseln in den südlichen Molukken gehen.






Entsprechend sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass wir mit diesem Beitrag auf unserem Blog wieder voll up-to-date sind. Es sind alle Geschichten nachgetragen. Wir hoffen wir finden in Indonesien die Zeit halbwegs aktuell zu berichten. Wir planen ca. 3 Monate in diesem riesigen Land zu bleiben, respektive es von grob von Südost nach Nordwest zu durchsegeln.
