Von Australien nach Indonesien
Nach Langem geht es für uns wieder mal auf eine Passage. Vermutlich die einzige „echte“ Passage in diesem Kalenderjahr. Alles danach werden wohl „kurze Hupfer“ mit maximal 2-3 Nächten werden. Nach dem Anker-Auf Manöver bei Horn Island in der Torres Strait haben wir ca 700 Seemeilen vor uns, eine kurze Woche. Erst mal geht es rasant aus der Torres Straight heraus, ein Strom von bis zu 6,5 Knoten schiebt uns ordentlich an.

Am ersten Tag haben wir noch etwas schwachen Wind, und nutzen eine auf unserer Strecke bisher seltene Segelkonfiguration, wir gehen Wind-on-Wing (Schmetterling) mit unserem Code 0 und unserer Genua. Das bringt uns auch an Booby Island vorbei, dem letzten Stück Australischem Land das wir sehen.


Wir entscheiden uns dafür, eine etwas längere Strecke als den direkten Weg, ja sogar als die meisten anderen Segler zu nehmen und erhoffen uns dafür ein entspannteres segeln. Der „Erfolg“ gibt uns recht. Das Problem auf der direkten Strecke sind Fischer und all ihr Equipment, die südlich und südwestlich von Neuguinea ihrer Arbeit nachgehen. Befreundete Segler, die den direkteren Weg nehmen, geraten in segenannte „long nets“, also Fischernetze, die teilweise über Strecken von mehreren zig-Kilometern ausgebracht sind. Über manche könnte man drüber kommen, über andere nicht, wer weiß das schon, und sehen kann man das auch nicht, weil man nicht so tief insWasser schauen kann.
Während also andere des nächtens Long Nets abfahren, um irgendwo das Ende des Netzes zu finden, segeln wir gemütlich unsere Route ab. Einzig auf eine „Squid Boot Flotte“ treffen wir ca 60 Seemeilen südwestlich der Insel Aru. Da diese Boote aber (a) gut beleuchtet sind, da sie mit dem Licht die Tintenfische anlocken und (b) nichts hinterherziehen, könnte man sogar mitten durch diese Flotte fahren ohne ein Problem zu haben. Wir weichen höflich aus, brauchen dafür auch nur ein paar Grad nach Backbord lenken und lassen die gesamte Flotte östlich von uns liegen. Ein Schauspiel, jedenfalls bei Dunkelheit ist es alle mal (die Lichter auf dem Foto sind alles Boote, das nächste Land ist über 100km weit weg). Dies sind übrigens recht kleine Fischerboote, nichts im industriellen Maßstab, wir nehmen an, die versuchen einfach nur alle irgendwie ein Leben zu führen. Von dem was wir hören gibt es hier auch kein Überfischungsproblem.


Unser Ziel sind die Kei Inseln, oder konkret die kleinere der beiden Hauptinseln, auf indonesisch heißt die dann „Kei Kecil“, die kleine Kei Insel. An der Einfahrt noch kurz auf ein paar kleinere Fischernetze und Korallenköpfe aufgepasst und schön können wir in der netten Bucht von Debut unseren Anker fallen lassen. Mit lokaler Hilfe sind wir auch bald einklariert und können so richtig in Indonesien ankommen, aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

