Ägypten
Ägypten war auch ganz oben auf unserer Reisezielliste. Auch hier hätte ein Segelboot keine Vorteile gebracht. Man kann zwar entlang der Ägyptischen Küste ankern, aber die eigentlich interessanten Dinge sind im Landesinneren, entlang des Nils. So fliegen wir also nach Cairo und lassen uns erstmal in der Altstadt von Cairo nieder.
Am ersten Tag zieht es uns gleich ins Ägyptische Museum. Man fühlt sich hier etwas wie in einem Indianer Jones Film. Das Museum ist eher alt und unorganisiert, es ist nicht so leicht sich zurecht zu finden. Die wichtigsten Dinge, die uns interessieren, finden wir aber trotzdem.




Zur Stärkung gehen wir im Anschluß zu Abu Tarek, dem Ägypten-weit besten Kushari Restaurant – zumindest sagen das Reiseführer und Einheimische übereinstimmend. Kushari ist ein nationales Gericht aus Nudeln, Reis, Linsen, Gemüse und Gewürzen.
In Cairo gibt es recht unterschiedliche Ecken, wie für eine Großstadt üblich. Wir kommen auch an die nicht ganz so netten Orte.




Abends ziehen wir noch etwas durch die Altstadt holen uns Streetfood vom riesen Dönerspieß.




Die Pyramiden von Giza sind weltberühmt, zurecht. Die Khufu Pyramide (griech. Cheops) ist die größte, wenn auch nicht älteste, und echt beeindruckend. Wir fahren also aufs Giza Plateau, schauen uns erst die drei Pyramiden von der Ferne an, machen uns dann aber auch auf den Weg in die große Khufu Pyramide hinein. Man kann über einen langen Gang, der teilweise so nieder ist, dass man gebückt gehen muss, bis zur königlichen Grabkammer hinaufsteigen. Krass insbesondere die Deckensteine der Grabkammer, man weiß nach wie vor nichtso genau, wie die alten Ägypter es geschafft haben die riesen Teile dorthin zu bringen.








Um ein bischen mehr von der Gegend zu sehen, geht es auf einen Kamelritt übers Giza Plateau. Ist ein bisschen Touristenquatsch, aber trotzdem ganz nett.



Danach geht’s weiter zum Valley Tempel und der dahintergelegenen Sphinx. Von vorne kennen ja alle Fotos von der Sphinx, hier also auch wie sie von hinten aussieht:




Auf der Rückfahrt ins Zentrum von Cairo bleiben wir noch in einer Papyrus Werkstatt stehen. Interessant zu sehen wie einfach es geht aus Papyrus Pflanzen Papyrus zu machen.




An unserem erstmal letzten vollen Tag in Cairo besuchen wir das Agyptian Civilization Museum. Viele der gut erhaltenen Mumien sind hier in einem spezifisch für diese gebauten Kellerbereich untergebracht (dort darf man abernicht fotografieren). Das Museum ist super modern und die Exponate didaktisch gut aufbereitet. Ein riesen Unterschied zum Egyptian Museum. Ganz interessant: hier ist eine der Unterhosen von Tutanchamun ausgestellt. Eine von hunderten mit denen er begraben wurde, damit er auch im „Afterlife“ Unterwäsche hat.



Für den Weiterweg nach Luxor haben wir uns für ein kleines Abenteuer entschieden. Es geht per Zug und Schlafwagen über die Nacht in Richtung Süden. Der Bahnhof von Cairo ist ein eigenes Erlebnis und Chaos, aber die Leute sind super nett und helfen uns den richtigen Bahnsteig und Zug zu finden. Wirklich angeschrieben sind nur die wenigsten Dinge, keine Ahnung wie die Einheimischen wissen, welcher Zug da gerade einfährt.
Früh morgens kommen wir in Luxor an, checken in unser Hotel am westlichen Nilufer ein, um sogleich wieder den Nil per Boot zu überqueren. Wir starten unseren East Bank Tag im Tempel von Karnak. Karnak ist eine riesige Tempelanlage, an der fast 100 Jahre lang alle möglichen Pharaos „mitgebaut“ haben. Besonders beeindruckend die große Säulenhalle.






Vom Karnak Tempel aus spazieren wir Richtung Luxor Stadt, gehen zuerst ins Luxor Museum und danch zum Tempel von Luxor. Es ist einfach alles beeindruckend weil ur alt, ur groß und mit wahnsinnig viel Liebe zum Detail erschaffen. Die sogenannte Sphinx Avenue, die damals die ca 3km entfernten Tempel von Karnak und Luxor verband, wurde erst in den letzten Jahren ausgegraben und restauriert. Mittlerweile kann man wieder auf ihr spazieren.




Am nächsten Tag geht es auf der West Bank weiter. Die Sonne war für die alten Ägypter extrem wichtig, sodass man auch mit dem Leben dem Tagesverlauf der Sonne folgte. Man lebte am Ostufer des Nils, wo die Sonne aufgeht. Und am Westufer sind die Grabstätten.
Das Valley of the Kings liegt recht weit vom Nil entfernt, denn man versuchte es Grabräubern möglichst schwer zu machen. Das Tal ist voller Gräber, ein 3D Modell des Tales und seiner Gräber hilft etwas einen Überblick zu bekommen. Die Gräber sind so eng aneinander, dass es selbst damals vorkam, dass sie im Zuge des Grabens für ein neues Grab auf Räumlichkeiten eines alten stießen und somit eine Art Umleitung bauen musste. Es gibt ca. 60 bekannte Gräber, nicht alle kann man auch besuchen, aber man kann deutlich mehr besuchen als man Zeit hat oder auch „aufnehmen“ kann. Wir lassen uns von unserem Guide drei der Gräber empfehlen und steigen jeweils hinab bis zu den Sargkammern.






Der Tempel der Hatshepsut, einer der wenigen weiblichen Pharonen, war großteils zerstört, wurde aber mühsam wieder aufgebaut und ist erst seit kurzer Zeit wieder zu besichtigen. Aufgrund der malerischen Umgebung ein echtes Juwel.




Für uns geht es weiter zu den „Tombs of the Noble“, ebenfalls Grabstätten, aber diesesmal von hohen Beamten und nicht von Königen. Ein wesentlicher Unterschied, mal abgesehen von der Größe: Bei den Königen sind die Wände voll mit gravierten Geschichten über deren „Afterlife“, was natürlich nur das ist, was die Priester über das ewige Leben vermutet (oder erfunden) haben. Bei den Nobles sind allerdings deren tatsächliches Leben und was sie gemacht haben auf die Wände gemalt. Diese Gräber dienen also viel mehr dazu zu verstehen, wie das Leben damals gelaufen ist.
Abschließend schauen wir uns noch den Tempel von Ramses den III an. Wir merken schon, man könnte hier ein Lebenlang Tempel anschauen. Wenn man nicht Ägyptologe werden will, wird es aber irgendwann auch etwas viel an Information.
Einen Abschluß in Luxor bildet noch eine früh morgendliche Heißluftballonfahrt über der West Bank. Unser „Pilot“ ist tatäsächlich ein kommerzieller Linienpilot, der an seinem Traum arbeitet ein Heißluftballon Business zu gründen, dafür braucht er Flugstunden für seine Lizenz.





Ein Roadtrip soll uns weiter dem Nil entlang in den Süden nach Aswan bringen. In Aswan ist die 1. Katarakt des Nils, was den Nil dort mit vielen kleinen Inseln auch sehr schön macht. Dies ganz im Unterschied zu Cairo oder Luxor wo der Nil einfach nur ein breiter und wenig sauberer Fluß ist.
Auf dem Weg nach Aswan bleiben wir noch bei 2 Tempeln stehen, da sie ohnehin auf dem Weg liegen. Der Edna Tempel ist bekannt weil er noch ein vollständiges Dach hat. Kom-Ombo ist ein Tempel, der gleich 2 Göttern in einem Tempel huldigt.
In Aswan geht es für uns erst mal auf eine der kleinen Nilinseln, denn unser Hotel ist dort und nur mit dem hoteleigenen Bootsshuttle zu erreichen.





Aswan dient in erster Linie als Basis für einen Besuch von Abu Simbel, einem Ort noch weiter im Süden, bereits nahe an der Grenze zum Sudan, an dem Ramses der II zwei Tempel direkt am Nilufer in einen Fels hauen ließ. Wir machen uns also ebenfalls auf den Tagestrip nach Abu Simbel. Das besondere an den beiden Tempeln dort: sie wurden versetzt und sind nicht mehr an ihrem Originalort. Durch die Errichtung des High Dams am Nil, entstand der Lake Nasser, einer der weltweit größten Stauseen. Die Aufstauung des Wasser hätte aber auch viele Archeologische Stätten überflutet. Die beiden Ramses Tempel gehörten dazu. Über Jahrzehnte hat man in einer riesigen internationalen „Rettungsmission“ die wichtigsten antiken Stätten an andere Orte verbracht, teilweise International, teilweise innerhalb Ägyptens. Teilweise könnte man aber auch im Lake Nasser noch einiges archeologisches Finden. Mal ganz abgesehen von vielen Nubischen Dörfer, die den Fluten zum Opfer vielen, und deren Einwohner umgesiedelt wurden.




Die beiden Ramses Tempel hat man ca 50m höher, und 200m weiter vom Nilufer entfernt wieder aufgebaut, und so sind sie auch heute noch zu besichtigen. Einer ist Ramses eigener Tempel, den anderen hat er einer seiner Frauen gewidmet, die allerdings die Fertigstellung nicht mehr erlebte.
Zurück in Aswan besuchen wir das nubische Museum und die Insel Elefantine, wenn man so will das alte Aswan. Ein Highlight ist das Nilometer der alten Ägypter. Im Wesentliche eine Messstelle für die Wasserhöhe des Nils, anhand derer man vohersagen konnte wie die Ernte ausfallen wird oder ob es zu zerstörerischen Fluten kommt. Wir versuchen auch den nubischen Kaffee, der würzig scharf ist und für das kombinierte Geschmacks-Geruchserlebnis mit Weihrauch serviert wird.





Per Flieger gelangen wir zurück nach Cairo. Wir haben noch einen Tag und nutzen diesen um uns die ältesten Pyramiden anzuschauen. Es sind gewissermaßen die Pyramiden aus der „Trial and Error“ Zeit des Pyramidenbaus. Vor den Pyramiden bauten die Ägypter rechteckige Gräber mit leicht schrägen Seiten. Die erste Pyramide war dann eine stufige Pyramide, Seqqara. Danach versucht man sich an einer stufenlosen Pyramide, stellte aber nach einem Teil des Baus fest, dass man die Seiten zu steil begonnen hat. Man machte einfach flacher weiter. Heute kennt man diese Pyramide als die „Bent Pyramide“. Der verantwortliche Pharao hat zugleich eine weitere Pyramide beauftragt, diese kennt man nun als die „Rote Pyramide“ und soll die erste „perfekte“ Pyramide sein.





Unser Zeit in Ägypten geht zu Ende. Wir fliegen weiter in die Türkei, über Istanbul nach Dalaman und fahren nach Marmaris, wo wir hoffentlich bald IBEX wieder in Empfang nehmen können.
